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Einiges Neue bei einer „alten“ Karnevalsgesellschaft

2018
 
 
Einiges Neue bei einer „alten“ Karnevalsgesellschaft
Pressekonferenz der KG Alt Köllen vun 1883 e. V.
Köln. Zum Jahresende laden die Karnevalsgesellschaften in Köln die regionalen Presse- und Medienvertreter zu ihren Pressekonferenzen ein, so auch am 28.November 2018 die KG Alt Köllen von 1883 e. V., die in ihrer 136. Session einiges Neue zu verkünden hatten. Eine „alte“ KG in positiven kölschen Fahrwassern sieht stolz auf eigene Leistungen zurück. Aber zunächst begrüßten Präsident  Prof. Dr Rolf-Rainer Riedel und seine Vorstandskollegen die zahlreich erschienenen Medienvertreter. Gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden Ernst Braun, Geschäftsführer Uwe Lüdemann, Schatzmeister Sebastian Pütz, Senatspräsident Gregor Berthold und Pressesprecher Axel Krämer war man angetreten über Neuigkeiten in der Gesellschaft zu informieren.



 

 
Präsident Riedel konnte, sichtbar stolz, von einer Verjüngung der Mitglieder in der letzten Zeit berichten. Ein Generationenwechsel findet gerade statt, auch im Vorstand, wo mit dem Schatzmeister zum Beispiel ein 33jähriger Kölner gewählt wurde. Ebenso freudig ist die Entwicklung bei der gesellschaftseigenen Tanzgruppe „Kölsche Harlequins“, die nach dem Abgang der Trainerin wieder im Wachstum ist und wo neue Trainer gewonnen werden konnten. Bei der KG Alt Köllen ist die Tanzgruppe glücklicherweise kein Zuschussgeschäft, aber das Führen einer eigenen Tanzgruppe, wie hier als Kinder-u. Jugendtanzgruppe und einer großen Tanzgruppe macht eine Gesellschaft schon stolz, wenn es auch mit viel Engagement verbunden ist. Die Förderung der Jugend auf der Bühne ist auch eine Förderung für die spätere Entwicklung, auch im Hinblick auf das Berufsleben. Wer es schafft, auf einer Bühne vor 1000 Jecken und mehr zu tanzen oder sogar die Moderation zu übernehmen, der schafft es vielleicht auch später im Berufsleben leichter voranzukommen. 10 Jahre gibt es in diesem Jahr die Tanzgruppe und gerade vor diesem Hintergrund unterstützt die Gesellschaft natürlich die Forderung des Festkomitees Kölner Karneval nach Tanzgruppen in den Sitzungen und auch die Idee eines Gütesiegels für kölsche Sitzungen begeistert die Mitglieder.
Auf Wunsch der Mitglieder wird die Kostümsitzung „Orjenal Kölsch“ am 15.02.2019 nach zehn Jahren wieder im Sartory stattfinden. Gerade das urige Foyer des Sartory war den Mitgliedern in guter Erinnerung geblieben, da man dort auf der Nachsitzungs-Party dichter zusammen feiern kann als im Foyer des Maritim.
In dieser Session wird es erstmalig am 25.01.2019 eine neue Veranstaltung geben, die „Fastelovend en d´r Weetschaff“ im Gewölbekeller des Brauhauses Früh am Dom. Bedingt durch den „engeren“ Veranstaltungsraum wird es für die 500 Jecken „nur“ ein musikalisches Programm geben mit Miljö, Lupo, Rhingbloot und der Traditionsgruppe „Fidele Kölsche“. Dieses Format soll nicht nur die alteingesessenen Mitglieder begeistern, sondern vor allem die jüngere Generation an den Karneval heranführen. Hierzu stellt aber der 1. Vorsitzende Braun klar, dass die Gesellschaft schon für Brauchtum und Tradition steht und keinen „Ballermann“-Karneval veranstalten will, aber gerade diese Veranstaltung bietet eine gute Chance, die Gesellschaft einem jüngeren Publikum näher zu bringen.
Am 10.02.2019 findet zum bereits fünften Mal vor 200 Gästen die Fastelovends-Matinee im Odeon-Kino an der Severinstraße statt, wo in diesem Jahr ein Film mit Hans Süper gezeigt wird, der an diesem Abend gemeinsam mit J. P. Weber, der Hans Süpers Original-Flitsch spielt, sicher für beste Unterhaltung sorgen wird. Das Ganze wird von Cornel Wachter mit lebendigen Informationen rund um das Thema Brauchtum moderiert. Diese Matinee ist eine gute Gelegenheit, die KG für Außenstehende zu präsentieren und eine neue Wahrnehmungsfähigkeit für die Mitglieder.
Natürlich wird es auch 2019 wieder die traditionelle Volkssitzungen auf dem Neumarkt geben. Die beiden Zeltsitzungen am 12. und 13.01.2019 sind bereits restlos ausverkauft, für die Mädchensitzung am Montag 14.01.2019 gibt es noch ein paar Restkarten. Fünf Stunden Top-Programm werden erneut die Jecken im Zelt begeistern und sicher wird der erste Auftritt des Kölner Dreigestirns in Köln wieder als Volksproklamation gefeiert werden.
Als Anlass einer Darmkrebs-Vorsorge Aktion, die von Cornel Wachter unterstützt wird, verlost die KG Alt Köllen einen Platz im Rosenmontagszug 2019 unter allen, die sich im Rahmen dieser Aktion testen lassen. Sicherlich ein schöner Anreiz, dieses Thema in Angriff zu nehmen.
Wichtig ist bei allen Veranstaltungen eine volksnahe Preisgestaltung, denn der Karneval muss bezahlbar bleiben für den „normalen“ Jeck. Wobei diese Bezahlbarkeit jedes Jahr alle vor eine neue Herausforderung stellt. Gema, Sicherheit und Gagen stellen einen großen Kostenfaktor dar, der gedeckelt werden will.
Rosenmontag 2019 wird die KG Alt Köllen von 1883 e. V. selbstverständlich wieder mit im Zug dabei sein, allerdings „gezwungener“-maßen nicht wie gewohnt. Durch die Kürzungen der Mitgliederzahlen im Zug durch das Festkomitee gab es einen Zusammenschluss mit der KG Blomekörfge 1867 e. V. und Deutzer KG „Schäl Sick“ vun 1952 e. V., mit denen man gemeinsam dabei sein wird, extra für diesen Anlass wurde ein Logo geschaffen.
Mit dem 56 Jahre jungen Axel Krämer stellte sich der neue Pressesprecher der KG den Medienvertretern vor, der dieses Amt von Gregor Berthold übernommen hat. Axel Krämer kommt gebürtig aus Solingen, lebt aber schon seit 35 Jahren in seiner Wahlheimat Köln. Der KG gehört er seit 12 Jahren an, seit er den Wunsch erfüllt bekam, einmal im Rosenmontagszug mitgehen zu können. Er ist Mitglied der Medienklaafer und kümmert sich gemeinsam mit weiteren Mitgliedern um den Social Media Auftritt der Gesellschaft. Auf Facebook alleine folgen über 5.000 Jecke der KG Alt Köllen und ihrer Tanzgruppe „Kölsche Harlequins“
Der erste Vorsitzende Ernst Braun, ein Brauchtumsbefürworter, konnte berichten, dass man getreu dem Motto „Uns Sproch es Heimat“ für die „Nicht-Kölner“ im Vorstand und Gesellschaft Sprachkurse mit der Akademie för uns kölsche Sproch anbietet und diese sich großer Beliebtheit erfreuen. Das gehört zur Pflege von Brauchtum und Tradition, genau wie Musikgruppen auf der Sitzung im Sartory, die auch ohne Verstärker auftreten könnten.
Senatspräsident Gregor Berthold entschuldigte den neuen Literaten Stephan Degueldre, der aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein konnte und stellte ihn stellvertretend den Medien vor. Mit Stephan Degueldre hat man einen Literaten gefunden, der einen guten Draht zu den kölschen Künstlern hat. Ab 2020 wird das Programm seine eigene Handschrift tragen, aber schon beim „Fastelovend en d´r Weetschaff“ hat er sich mit einem tollen Programm einbringen können.
Neu ist auch bei der Gesellschaft der „Einsatz von Scouts“, junge Mitglieder halten die Augen auf nach neuen Trends und Entwicklungen im Karneval und berichten im Verein darüber. Sicherlich eine gute Möglichkeit, neue Wege für die Gesellschaft zu finden.
Auch ein Thema des Nachmittags war der Senat der Gesellschaft, der momentan 32 Mitglieder zählt. 1951 gegründet war es stets Ziel, die Förderung und Unterstützung der Gesellschaft, nicht nur monetär. Wichtig sind bei dieser Förderung natürlich nicht nur die nötige Liquidität, sondern auch die Bereitschaft, aktiv zu unterstützen.
Mit den Tanzgruppen zusammen hat die KG Alt Köllen von 1883 e. V. aktuell 184 Mitglieder, wobei die Tänzerinnen und Tänzer eine Sonderstellung haben. Sie sind nichtstimmberechtigte Mitglieder der KG, solange sie aktiv in den Tanzgruppen tanzen. Da es sich um eine reine Herren-Gesellschaft handelt, können nur die Tänzer durch einen Beitritt der KG reguläre Mitglieder werden. Auf Nachfrage, ob es nicht den Gedanken gäbe die Gesellschaft zu einer Familiengesellschaft zu machen und damit für Frauen zu öffnen, konnte der 1. Vorsitzende und Senatspräsident von einem Versuch mit offenem Vorstandsbeschluss aus dem Jahr 2010 berichten, aber seither sei dies kein Thema mehr gewesen. Momentan gäbe es keine Mehrheit für eine Öffnung, auch wenn der Großteil des Vorstands einem Beitritt von Frauen sehr positiv gegenüber steht. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt, gänzlich ausgeschlossen ist es nicht. Sicherlich ist das auch eine Aufgabe für den Arbeitskreis „Zukunft“ der KG für die nächsten Jahre.
Geschäftsführer Uwe Lüdemann berichtete über die Entwicklung der beiden Tanzgruppen „Kölsche Harlequins“ seit dem Trainerwechsel. Sicherlich hat der Weggang der langjährigen Trainerin zu einem kurzfristigen Tänzerschwund geführt, aber die Entwicklung ist durchaus positiv. 13 Kinder trainieren aktuell unter der Leitung von Trainerin Stephani Hilger. Die ehemalige Tänzerin von Colonia rut-wieß hat in Arnheim / Niederlande Tanzpädagogik studiert. Sie achtet auf ein altersgerechtes Training ohne großartige Hebungen oder Würfe bei den „Kleinen“.
Mit Peter Pick hat man auch für die 33 Tänzer starke Tanzgruppe einen passenden Trainer gefunden. Mit ihm haben die Harlequins einen erfahrenen Tänzer als Trainer, der seine Erfahrungen bei den Goldene Lyskircher Hilije Knäächte un Mägde als Tanzoffizier der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e. V., den Zunftmüüs und den Cologne Tigers gesammelt hat.
Mit 60 Auftritten in der Session 2019 konnte Uwe Lüdemann eine Auftrittssteigerung von 40% verkünden, dabei sogar ein Auftritt bei der 1. KG Elferrat Würzburg. Mit diesen Auftritten werden die Tänzerinnen und Tänzer für ihr fleißiges Training belohnt. Allein für die Freude in den Gesichtern der Aktiven ist es alle Unterstützung wert. 2018 konnten die Tanzgruppen sogar die Kosten refinanzieren und ein leichtes Plus einfahren, was positiv ist, aber nicht unbedingt das Ziel der Gesellschaft.
Aber bei aller positiven Entwicklung beäugt Senatspräsident Gregor Berthold die Entwicklung der Tanzgruppen generell mit einem kritischen Auge, denn es geht immer mehr schneller, weiter und höher auf der Bühne zu. Die Trainingsmühe ist enorm und man muss hinterfragen dürfen, ob das so sein muss und wo es enden wird. Man kann aber für die Harlequins erfreut sagen, dass sich dort noch nie ein Tänzer ernsthaft verletzt hat.
Schatzmeister Sebastian Pütz gab einen Überblick über das Vereinsleben außerhalb des „Fastelovends“. Über das Jahr verteilt gibt es zahlreiche Veranstaltungen wie Sommerfest, Eisstockschießen auf der Playa in Müngersdorf, der Weihnachtsfeier oder das traditionelle Fischessen. Momentan wird über eine Wiederbelebung der Nubbel-Verbrennung nachgedacht. Kommenden Mai wird mit den Tänzerinnen und Tänzern eine kölsche Schnitzeljagd mit 11 Aufgaben zur Kölner Geschichte stattfinden, quasi als teambildende Maßnahme. Hierfür wird extra eine App programmiert. Zu den eigenen Veranstaltungen kommen noch viele Besuche bei befreundeten Gesellschaften und Vereinen dazu, sowie ein Stammtisch im alten Brauhaus an der Severinstraße.
Diese Bandbreite an Veranstaltungen zeigt, wie sehr die KG Alt Köllen ein attraktives Vereinsleben pflegt, an dem auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können. Viele Mitglieder haben sicherlich in der KG ein neues „Zuhause“ gefunden und es werden immer mehr. In diesem Jahr konnte man 15 neue Mitglieder begrüßen.
Gesamt gesehen erlebt die KG Alt Köllen von 1883 e. V. eine sehr positive Entwicklung und freut sich schon sehr auf die kommende Session 2019.

Text und Foto: Kurt Braun für KFE

Einiges Neue bei einer „alten“ Karnevalsgesellschaft

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