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Wir erinnern uns an Manfred Niehaus

2013

Wir erinnern uns an Manfred Niehaus
Köln.
Schon im Alter von 10 Jahren erhielt Manfred Niehaus den ersten Violinunterricht und versuchte sich an ersten Kompositionsversuchen. Seine Vita liest sich wie ein Who’s who der Neuen Musik. Mit Stockhausen, Kagel, Henze, Cage war er eng vertraut und die Neue Musik auf höchstem intellektuellem Niveau war sein Zuhause. Von 1957 bis 1962 studierte er bei Bernd Alois Zimmermann und war zeitweise dessen Assistent. Parallel dazu verfasste er etliche Bühnenmusiken und arbeitete unter anderem mit Manfred Berben, Gerd Heinz, Jürgen Flimm und Eberhard Feik zusammen. Von 1963 bis 1965 wirkte er als Dramaturg an der Württembergischen Landesbühne, danach arbeitete er freischaffend als Regisseur und Komponist. Im Jahr 1966 erhielt er den Förderpreis der Stadt Köln. Niehaus gehörte von 1969 bis 1972 zur Gruppe 8, einer Vereinigung acht rheinischer Komponisten. Immer wieder arbeitete Manfred Niehaus auch mit Jazzmusikern zusammen wie z.B. Manfred Schoof, Michael Sell oder Theo Jörgensmann. Von 1971 bis 1989 war er Redakteur in der Musikabteilung des WDR in Köln; seit 1978 Leiter der Jazzredaktion. Hier begann er zunächst als Lektor und las 30 – 40 Partituren in der Woche. Im Feburar 1970 veranstaltete er ein Konzert, bei dem drei Stunden lang in fünf Räumen gespielt wurde. Mit der Hilfe von Niehaus entwickelte sich in Köln eine aktive Jazz-Szene. Seit seiner Pensionierung ist er wieder als freischaffender Komponist, Arrangeur und Regisseur tätig, dabei häufig in enger Zusammenarbeit mit Dietmar Bonnen, Iwan Sokolow und Alexei Aigi („Russisch-Deutsches Komponistenquartett“). 1971 zog er aufs Land – nach Sand, einem Vorort von Bergisch Gladbach, wo er den Sander Kirchenchor leitete. 28 Jahre lang absolvierte er mit dem Chor 364 Auftritte und von 1990 bis 2002 führte er Regie bei der Bergisch Gladbacher Laientheatergruppe Am Strungerbaach.


Die verschiedensten Genres deckte er im Laufe seines Lebens ab: Neben Klavier-, Orgel-, Vokal-, Gitarren- und Orchesterwerken schrieb er auch Kammermusik, Streichquartette, Hörspiel – und Stadtmusiken für „Chöre, Fanfarenzug, Straßengeräusche und Wind.“
1993 zog es Manfred Niehaus wieder zurück nach Ehrenfeld. „Da gehöre ich hin“, war seine Begründung für den Umzug zurück in die Stadt. In dem Haus mit begrünter Dachterrasse und geräumiger Klangwerkstatt komponierte und instrumentierte er seitdem dort unverdrossen und lud zu seinen alljährlichen Hauskonzerten ein.

Die Trauerfeier für
Manfred Niehaus
findet am Freitag 8. März um 12:30 Uhr in der Trauerhalle auf Melaten statt
(Eingang Piusstraße)
 
unter http://www.obst-music.com/artists/manfred-niehaus.htm
befindet sich Manfreds Komponisten-Seite bei OBST.
Dort ist auch ein Gespräch von Manfred mit Marcel Jensen nachzulesen, das die beiden zu seinem 70. Geburtstag geführt haben.

Seine Freunde und Kollegen trauern um ihn und werden sein Werk bewahren und weiterführen.

Quelle: OBST Music

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