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Hillig Ovend Alaaf, die Dritte

2017

Geheimnisvoll - fröhlich - besinnlich und nachdenklich, die Show Hillig Ovend Alaaf ist ein Wechselbad verschiedenster Gefühle, die den Zuschauer packen und begeistern

Hillig Ovend Alaaf, die Dritte
Köln. Zum dritten Mal präsentierten die Veranstalter von Kölsch es Trumpf, Natascha Balzat und Katja Baum, in der Volksbühne am Rudolfplatz ein Showspektakel zwischen Weihnachtswahnsinn, besinnlicher Zeit und Fastelovend. Musik, die zum mitklatschen animiert, Comedy, die sich erfreulich von dem abhebt, was oft in den Medien geboten wird, kölsche Tön, die ans Herz gehen, wie "Drink doch ene met" von Natascha Balzat in einer fantastischen getragenen Version, Tänze und eine Moderation vom Kölschen Schutzmann Jupp Menth... der Zuschauer ist hin und her gerissen von Emotionen, die ständig wechseln.
Ald widder Hillig Ovend? De Mamm, dat Klein, dä Opa und andere Fijure us dem Veedel liebten, litten, sangen, tranken, stritten und fühlten mit allen, die diese Zeit ebenso erleben, wie es ihnen "minimal überzogen" dargestellt wurde.
 


 Stimmt das, dass sich die Nachbarn getroffen haben, um ein Weihnachtslied einzustudieren?  Hei-lich Abend auf dem Dom... Der Schutzmann ist trotzdem skeptisch und sammelt Alibis... "Dat Klein" freut sich auf den Nordpol und hat sich dafür schon mal warm angezogen. 
Willi wundert sich darüber, was sich alles verändert hat und
die Drei Liköre zeigen, dass sie sehr wohl geübt haben und 
präsentieren sich zuerst als Diebe,
dann aber als Wohnungssuchende, die gern im Veedel einziehen würden

 

Vor der Show wurden die Gäste von Malte Fuhrer begrüßt 
und nach der Pause machte der auferstandene Willi die Ansage.
Katja Baum, die wieder einmal zeigte, dass sie scheinbar aus Gummi besteht, 
begeisterte an der Stange
  
Schon im November war die Presse angetan von Jupp Menth, dem "Neuen" im Team, der mit seiner Moderation begeisterte und auch so manchen versteckten Witz präsentierte, der bei einigen Zuschauern erst einmal sacken musste, bevor er richtig ankam. Hier zeigte ein Profi aus dem Karneval, dass er auf der Bühne zu Hause ist und es locker schafft, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu fesseln, weil man keinen einzigen Gag verpassen möchte.



Nicht sehr beeindruckt ist Natascha Balzat von der Präsenz der Polizei 
und die zwei Schlawiner erklärten genau, wie das damals mit den 
Heiligen Drei Königen war... Geschichten, 
die nirgendwo aufgeschrieben wurden

Gleich am Anfang musste Malte Fuhrer den Zuschauern eine traurige Nachricht überbringen: Gigi Herr, die gerade ihre Gürtelrose kuriert hat, ist nun - eine Woche vor ihrem 75. Geburtstag - mit einer Kehlkopfentzündung geschlagen und muss "de Schnüss" halten, was ihr, wie die, die sie kennen genau wissen, gar nicht leicht fällt, weshalb das Team es leider ohne sie schaffen musste, was ihnen aber bestens gelang - ein gutes Team schafft so etwas halt.
Die zwei Schlawiner Walter Schweder und Werner Beyer erzählten die Geschichte von den Heiligen Drei Königen, wie sie wirklich war und wie es niemand aufgeschrieben hat und so erfuhr das Publikum, wie Josef und Maria den Weg nach "Bethelehem" antraten, die Könige sich auf den Weg machten und schließlich in Nippes landeten, wo sie das erste Dreigestirn wurden.
Besinnlichkeit gab es gekoppelt mit Stimmung, als das Lied "Do häste Hätz, do häste Siel, do häste Bumsvallera" ertönte. Und als vor der Pause Kingsize Dick mit "Loss mer all nom Dom jonn" auf der Bühne stand, hielt es keine Kehle mehr zurück, mitzusingen. Der überraschende Auftritt von keinem geringeren als dem legendären Willy Millowitsch amüsierte und erinnerte daran, wer hier immer noch der Hausherr der Herzen ist.
Mit dem Trümmerlied und beeindruckender Choreografie zeigte Kingsize Dick, dass er immer noch der Grandseigneur des kölschen Liedes ist und Katja Baum an der Stange lässt immer wieder überlegen, ob diese Frau Knochen hat, oder etwa aus Gummi besteht.



Mal geheimnisvoll, mal (wein)-geistvoll und immer mit kölschen Tön

Die 3 Liköre als Panzerknacker trieben im Veedel nicht ihr Unwesen, sondern erfreuten mit Gesang der Extraklasse - die Aufforderung ans Publikum, mit der Taschenlampenfunktion der Handys bei "Heimat" mitzumachen, zeigte, dass das eigentlich lästige Benutzen der Telefone bei Veranstaltungen auch einmal sinnvoll genutzt werden kann.



Jupp Menth, Sophie Russel, Natascha Balzat, Katja Baum, Markus Dietz, Heinz Ganss (Kingsize Dick), die drei Liköre, die zwei Schlawiner Walter Schweder und Werner Beyer, Malte Fuhrer und die tollen 3 Tänzerinnen haben ein fantastisches Programm geboten, an das die Zuschauer - gerade in der oft hektischen Vorweihnachtszeit - gern zurückdenken werden, weil man hier einmal für 2 1/2 Stunden abschalten, träumen oder herzhaft lachen konnte.

Text und Fotos: KFE

Hillig Ovend Alaaf, die Dritte

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